Auf den Spuren der Vergangenheit

Munjara

Wenn man von der Brücke oberhalb des schaumigen Wasserfalls in Ozalj schaut, bemerkt man etwas Märchenhaftes: einen neoklassizistischen Steinpalast mit den kronenförmigen Zierden und eleganten Arkaden, umgeben von der Wacht der hohen Fichten…

Ein uninformierter Reisender könnte nie erraten, dass das steinige Gebäude, das eher einem Schloss ähnelt, ein altes Karlovacer Wasserkraftwerk ist - Munjara, zugleich eines der schönsten Beispiele der Industriearchitektur. Das Wasserkraftwerk Munjara ist in weniger als anderthalb Jahren gebaut worden, was auch heute schwer vorstellbar ist. Am Entstehen des Kraftwerkes arbeitete der bekannte Architekt Herman Bolle. Nach mehr als 100 Jahren ist es noch immer im Einsatz und in mehr als 5000 Arbeitsstunden pro Jahr wird die wertvolle sog. „grüne“ elektrische Energie produziert.

Dieses Gebäude steht unter dem Denkmalschutz des kroatischen Amtes für die Kulturerbschaft.

Info telefon:

+385 (0) 47 731 404

+ 385 (0) 47 674 350

Sakrale Erbschaft

Auf dem Stadtgebiet von Ozalj gibt es zahlreiche Kirchen und Kapellen. Besonders wertvoll ist die Barockkirche St. Vid (Beschützer von Ozalj), die schon 1349 erwähnt wurde und neben der sich der Grab von Slava Rašakaj befindet. Die Kirche St. Lovro in Vivodina ist noch ein wichtiges Denkmal der Barockarchitektur, die im 18. Jh. die Baronin Rosina Vojnović Jelačić bauen ließ. Die Kriche steht auf einem Berg, von dem man einen herrlichen Blick auf die grünen Wellen der Weinberge und dichten Wälder hat.

Im bildhaften Dorf Svetice, das sich auf der Hauptstraße Ozalj-Karlovac befindet, steht oberhalb der sonnigen Obstgärten und Weinberge auf dem Berg Vodenice ein äußerst wertvoller sakraler Komplex - die Kirche mit den Resten des einst großen Pauliner Klosters. Diesen hundertjährigen geistlichen Tempel besuchen nicht nur Pilger sondern auch immer mehr Touristen.

  • Sakralna baština
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Pauliner Kloster und die Kirche in Svetice

Das Pauliner Kloster mit der Kriche der Geburt der heiligen Jungfrau Maria geweiht in Svetice war jahrhundertelang ein heiliger Ort, der eine sehr wichtige Rolle in der kroatischen Geschichte, Kunst und Kultur spielte.

Neben den Wänden der alten Kirche in Svetice reifen sogar die Pfeigen, die vom Süden von den glagolitischen Priestern mitgebracht wurden. Früher standen da drei Kapellen, die der heiligen Jungfrau Maria, der heiligen Margareta und der heiligen Katarina gewidmet waren – die drei Heiligen, die dem Ort seinen Namen gegeben haben (Svetice=die Heiligen). Auf diesem Ort wurde 1577 Stjepan Frankopan begraben, der letzte Sproß der Familie Frankopan aus Ozalj. Der erste Teil des Klosters wurde im Jahr 1627 gebaut, als die Pauliner aus Kamensko auf der Flucht vor den Türken nach Svetice kamen. 1660 wurde es dank vor allem dem ersten und langjährigen Prior Ivan Belostenec, berühmten Lexikograph und Schriftsteller, zu Ende gebaut. Im Kloster entstand das großartige dreidialektale Wörterbuch Gazophylacium. Der eifrige Wissenschaftler und begeisterte Dichter Ivan Belostenec hat jahrzehntelang den wertvollen und reichen kroatischen Wortschatz gesammelt und aufbewahrt.

Unter den Inventarien der gotischen, später im Barockstil umgebauten Kirche sind besonders erwähnenswert die handgezierten Chorbänke. In der Kirche gibt es neben dem Hauptaltar noch sieben andere Altäre, die Orgel, Kirchenzubehör und Messgewänder, Statuen und Bilder. All das ist die unschätzbare Hinterlassenschaft der bekannten und unbekannten Pauliner Künstler. Wenn man durch die Kirche geht, wird man von dem prachtvoll gezierten und funkelnden Hauptaltar angezogen, wobei man den Eindruck hat, als ob man im reich illustrierten Buch der Kunstgeschichte von der Mitte des 17. bis zum Ende des 18 Jh. durchblättern würde. Hier befinden sich die besten Werke der bedeutenden Pauliner Maler Ivan Ranger und Gabriel Taller. Was in der Kirche noch sehr beachtenswert ist, sind die Krypten (Gräber) auf zwei und drei Etagen mit kleinen halbkreisförmigen Löchern, die sich unter dem Kirchenschiff und Sanktuarium befinden. Die ältesten Krypten stammen aus dem 16. Jh. aus der Kirche, die früher an der gleichen Stelle stand. In diesen Krypten sind schon seit mehr als 500 Jahren die Knochen der längst gestorbenen Pauliner und Adeligen aus diesen Gebieten begraben.

  • Glavni oltar crkve Bl.Dj. Marije- Svetice
  • Samostan na Sveticama
  • Spomenica pucke skole na Sveticama
  • Svetice

Ethno - Park

Zum Zwecken der Erhaltung des traditionellen Kulturerbes, insbesnodere Architektur, wurde auf der Straße nach Trg, weniger als 1 km vom Zentrum Ozaljs entfernt, der bildhafte Ethnopark gebaut bzw. Museum im Offenen, das ein Teil der ethnographischen Abteilung des Heimatmuseums Ozalj ist. Im Ethnopark sind die traditionelle Architektur und Alltagsgegenstände aus den vorindustiellen Zeiten zu sehen. Im Freien befinden sich die Sammlung der Wohnhäuser und Wirtschaftsgebäude, Innenräume der niedrigen bäuerlichen Stuben, Küchen und Abstellräume mit auhtentischen Möbeln, die ständig unter wissenschaftlichen Betreuung und Aufsicht stehen. Die Dächer sind mit Rochenstroh sog. „škop“ bedeckt und wurden auf eine besondere Art und Weise gebaut: aus gezimmerten Dachsparren mit sog. „kroatischen Ecken“ und sind ein seltenes Beispiel des traditionellen bäuerlichen Baustils.

  • Etno Selo Trg
  • Etno Selo Trg
  • Etno Selo Trg
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TRG

Die nach einem genauen Plan gebaute mittelalterliche Siedlung Trg wurde 1329 in der Urkunde des Bans Mikac erwähnt. Sie hat eine einzigartige geographische Lage, geschichtliche Entwicklung und gut erhaltene Hinterlassenschaft. Sie liegt auf dem rechten Ufer des Flusses Kupa, auf der meanderförmigen Ecke (das Flussbett hat die Form des Buchstaben S).

Die Bedeutung der Lage von Trg ist mit der Lage der Stadt Ozalj verbunden, denn Ozalj war eine wichtige strategische Festung, die den Zugang zum wirtschaftlich wichtigen Pokuplje-Tal beschützte, die aber die Bewohner, die unter der Festung lebten, nicht genügend behütete. Deshalb wurde in der ersten Hälfte des 14. Jh. die Entscheidung getroffen, dass die unbeschützten Einwohner von Ozalj auf das zum besser geschützten Gebiet umgezogen werden. Dieses Gebiet war der Meandar bzw. die Halbinsel des Flusses Kupa. Durch den künstlich gemachten Kanal wurde aus diesem Gebiet eine Insel gemacht, „die sog. Insel Ključ genannt auch die Insel der Allerheiligen“, wie in den alten Dokumenten das Dorf Trg hieß. Der historische Kern ist heute nur teilweise erhalten, und zwar in seinem zentralen Teil, neben der Kirche der Allerheiligen, die schon im Jahr 1334 erwähnt wurde. Der traditionelle bäuerliche Baustil mit den gezimmerten Dachsparren, der „kroatischen kreuzförmigen Ecke“ und mit den Strohdächern ist noch in einem Teil des Dorfes Gornji Trg zu sehen.

JALBA

Jalba ist ein Frauenkäppchen, das die verheirateten Frauen in den Dörfern den Fluss Kupa entlang zwischen Ozalj und Karlovac trugen. Es wird aus elastischem Stoff löchriger Struktur auf eine besondere Art und Weise des Strickens gestrickt (es geht um wechselseitiges Verflechten von Fäden auf dem senkrechten Holzbogen genannt Lucanj). Wenn man nur mit Fingern strickt, entstehen die gewünschten Motive und werden zugleich zwei Spitzen gemacht – Jalben. In Trg hat sich dieses traditionelle Stricken von Jalben auf Lucanj am längsten erhalten. Noch etwas Charakteristisches sind Kappzäume. Die Frau aus Trg trägt nämlich die Jalba auf Hörnern. Auf den Kopf werden Holzhörner gesetzt, auf die dann die Poculica oder Jalba mit löchrigen Motiven kommt. Am Ende wird alles mit einem Kopftuch bedeckt.

Das traditionelle Stricken von Jalben wurde laut Kulturgutschutzgesetz Kroatiens zum nichtmateriellen Kulturerbe genannt und damit kam auf die Liste der geschützten Kulturerben.

Die Folklore-Gruppe „Ključ“ pflegt diese Art vom Jalbastricken. Zum Erhalten und Popularisierung von Jalben hat viel die Schülergenossenschaft der Grundschule „Slava Raškaj“ aus Ozalj „Kotačac“ beigetragen.

WISSENSWERTES

Da die Jalba nur verheiratete Frauen tragen durften, konnte die bekannteste Strickerin von Jalba, Regina Paljunac aus Trg, die mit dem Stricken ihr Brot verdiente, die nie tragen, weil sie ledig war.

Trg war früher für den ungewöhnlichen altertümlichen Transport der Toten bekannt. Die Gestorbenen wurden nämlich im Winter, aber auch im Sommer auf dem von Ochsen gezogenen Schlitten gefahren.

Die Bewohner von Trg, wie auch den Dörfern Zrokovac, Polje und Mirkopolje sprechen ekavisch, während alle anderen Bewohner auf dem Gebiet von Ozalj kajkawischen Dialekt mit ikavischer Aussprache sprechen (außer den Bewohnern von Žumberak).